Wie alles begann


1994 hatte ich den Wunsch mir einen Videobeamer zu kaufen. Jedoch musste ich meine Frau davon überzeugen, dass wir so etwas benötigen. Das Ergebnis des ersten Gespräches war "NIEMALS!" Ich konnte das gar nicht verstehen. Es ging doch "nur" um 10.000 DM.

Beim nächsten Versuch sie zu überzeugen, hatte ich mir mit meinem Radio- und Fernsehtechniker eine neue Taktik überlegt. Er versprach meiner Frau, dass er das Gerät 5 mal im Jahr für 100 DM pro Veranstaltung ausleihen würde.

Ich konnte sie davon überzeugen, das ich noch zusätzlich 5 Kunden im Jahr bringen würde.

Das Ergebniss war natürlich:

"NEIN!"


Nach etwa 4 Wochen Überzeugungsarbeit kam dann:

"Mach was du willst, hauptsache ich habe meine Ruhe".

Nun denn, ich hatte meinen Beamer und ein riesiges Finanzloch. Nach kurzer Zeit klingelte das Telefon. Jemand wollte den Beamer ausleihen. Eine Woche später das Gleiche noch einmal. Dann fragte ein Kunde nach etwas mehr Leistung im Tonbereich. Naja, ein Verstärker lag noch im Keller, die Boxen aus der Stube dazu(wieder Krach mit meiner Frau) und schon hatte ich eine kleine Tonanlage. Der Nächste fragte ob ich für die Party nach der Fernsehübertragung auch ein Mischpult hätte und zwei CD-Player. Wieder Stube plündern und Ärger mit meiner Frau.

Nach etwa zwei Jahren meinte meine Frau, ich solle mich nach einer richtigen mobilen Anlage umsehen, denn der Verleih würde ja gut laufen. Na gut, ich als gehorsamer Mann habe dann mal eben eine 500-Watt-Anlage besorgt, schön mit PA-Endstufe, Mischpult, Boxen und Stativen. War nicht ganz billig, aber gut. Naja, bis auf den Ärger mit meiner Frau, als sie die Rechnungen sah.

Zu diesem Zeitpunkt arbeitete ich nebenberuflich auch noch in der Disco Rahmann in Aurich, zuerst als Türsteher später dann als stellvertretender Geschäftsleiter. Sonntags habe ich dort angefangen aufzulegen das waren meine ersten Schritte als DJ (Die DJ Geschichte findet ihr bei den DJs). Somit war ich an den Wochenenden auch kaum Zuhause. Und was bekommt Mann dann? - Wie immer Ärger mit seiner Frau.

Es lief in den Jahren danach wirklich gut. Jedes Jahr kamen neue Kunden dazu, die Aufträge mehrten sich und die Geräte auch (z.B.: Denon-Doppel-CD-Player).

Im Jahr 2004 kam dann die Entscheidung: Richtig oder gar nicht! Ich entschied mich für richtig!!!

Ich legte mir noch zwei Anlagen zu, ein weiterer Beamer kam dazu, eine Lichtanlage baute ich mir selbst und die Nebelmaschinen machten dann den "Kohl auch nicht mehr fett".

Jedoch - ihr könnt es euch schon denken - zu Hause war nach der Investition der "Bock wieder richtig fett".

Aber eines verspreche ich euch, ich werde mit dem ganzen Quatsch nicht eher aufhören, bis ich in der Lage bin 5000 Leute zu beschallen. Denn jeder der mit seiner Frau mal Krach hatte, weiß wie schön die Versöhnung ist.

Mittlerweile habe ich über 8000 Watt und eine Tochter. Da frage ich mich doch, wie groß meine Familie bei den angestrebten 30.000 Watt sein wird?
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Naja, jetzt sind wieder zwei Jahre vergangen und man schreibt ab nächsten Monat das Jahr 2006.
Aus meinem Hobby ist eine richtige kleine Firma geworden, wie man an meiner ständig wachsenden Webseite wohl sehen kann.

Der Kundenstamm wächst von Jahr zu Jahr, meine Anlagen wachsen natürlich immer schön mit und meine Frau ist wieder schwanger.

Noch habe ich Platz in meiner Werkstatt für neue Geräte, aber im Haus wird es langsam eng.

Zum Erreichen der 30.000 Watt sage ich nur:

!! Halbzeit !!

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Noch sechs Wochen, dann haben wir das Jahr 2008 hinter uns gebracht. Ich bin jetzt bei sieben Musikanlagen und fünf Lichtanlagen angekommen, zwei Videobeamer sind ebenfalls dabei. Von meinen selbstgebauten Kisten habe ich mich komplett verabschiedet. Alle Geräte sitzen jetzt im professionellen Case.

Bei so viel Material habe ich jedoch ein Transportproblem bekommen. Zur Zeit sind wir daher mit einem Lieferwagen, einem Multivan und drei Anhängern unterwegs. Desweiteren arbeite ich mittlerweile mit vier anderen DJs zusammen. Diese setze ich dann bei Mehrfachbuchungen ein. Auch bei der Planung hat sich auch viel geändert: Ich habe mittlerweile ein richtiges Büro mit allem drum und dran. Meine Frau hat sich so langsam mit der Musik und allem Drumherum abgefunden - die Kinder auch.

Hauptberuflich bin ich immer noch als Dozent unterwegs. Was bedeutet: In der Woche deutschlandweit unterrichten und am Wochenende niedersachsenweit Musik machen. Mal sehen ab wann die Kinder fragen wer der Onkel ist, der ab und zu mal zu Hause ist.

Eines ist aber sicher: Ich hätte nie damit gerechnet, dass der Kauf eines Beamers mein und auch unser Leben so verändert. Fragt mich jetzt einer, ob ich irgendetwas anders machen würde, wenn ich noch einmal die Zeit zurückdrehen könnte, dann gibt es nur eine Antwort

 JA

Ich würde meine Frau eher heiraten, das Geld welches ich früher in Autos gesteckt habe sofort in Anlagen stecken und ein Grundstück in einem Gewerbegebiet kaufen. Denn es gibt zwei Sachen, auf die möchte ich nie mehr verzichten:

meine Familie

und

die Musik